Trends für die Berufswelt von morgen

Trends für die Berufswelt von morgen

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von Michael Hasler | newplace

 

Was sind die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Berufswelt?

Neue Technologien haben schon immer unsere Arbeitsweise und die Berufswelt verändert, so auch die Digitalisierung. Eine grosse Frage hierbei ist, wie weitreichend wird dieser Wandel sein und welche Berufsgruppen könnten davon besonders betroffen sein?

Deloitte hat in einer Studie die Effekte für verschiedene Berufsgruppen und Berufe bis ins Jahr 2035 analysiert und hat folgende Trends identifiziert:

 

Trend 1 – Die Jobs der Zukunft erfordern Interaktion mit anderen Menschen, sowie Empathie und sind nur gering automatisierbar.

65% der Arbeitszeit kann nicht durch Technologien ersetzt werden. Viele der nicht-ersetzbaren Tätigkeiten sind durch einen hohen Grad an menschlichen Interaktionen und Empathie charakterisiert. Sie dürften in Zukunft auch stärker nachgefragt werden.

 

Trend 2 – Das Wachstum der Jobs der Zukunft dürfte die Arbeitsplatzverluste überkompensieren.

Die Zahl der Jobs, die wenig automatisierbar und stärker nachgefragt werden (und damit Jobs der Zukunft sind), wächst stärker als die Zahl der Jobs, die durch Automatisierung wegfallen. Netto bedeutet das ein Zuwachs von 1,3 Millionen Jobs.

 

Trend 3 – Der Zuwachs an Jobs findet vor allem im Gesundheitssektor sowie in Bildungs- und Managementberufen statt.

Die hohe Nachfrage und die geringe Ersetzbarkeit der Tätigkeiten im Gesundheitswesen, erklären warum im Berufsfeld Gesundheit mit dem grössten Wachstum zu rechnen ist. Die Studie prognostiziert im Gesundheitssektor ein Wachstum bis im Jahr 2035 von +26%. Im Bildungssektor ein Wachstum von 20%. Im Bereich Unternehmensführung und -organisation rechnet man mit einem Zuwachs von 9%.

 

Trend 4 – Robotics und Data Analytics sind die Schlüsseltechnologien mit dem grössten Impact auf die Digitalisierung der Berufswelt.

Robotics und Data Analytics sind die Technologien mit dem grössten Einfluss auf die Berufswelt von morgen und treiben die Automatisierung. Von den insgesamt 35% der Arbeitszeit, die durch Technologie ersetzt werden können, entfällt fast die Hälfte auf Robotics. Etwas weniger als ein Viertel entfällt auf Data Analytics.

Generell lässt sich sagen, dass Robotics vor allem Berufe beeinflussen wird, in denen manuelle Routinetätigkeiten dominieren. Data Analytics hingegen wirkt eher komplementierend und kann gewisse Tätigkeiten von Berufen übernehmen, die grundsätzlich schwerer ersetzbar sind.

 

Trend 5 – Zwei zentrale Charakteristika für die Jobs von morgen: weniger Routinetätigkeiten, mehr analytisches Denken und menschliche Interaktion.

Die Digitalisierung wird vor allem Routinetätigkeiten betreffen, welche nach denselben Mustern verlaufen. Die Jobs der Zukunft sind dagegen wissensintensiv und erfordern Spezialisierung, Kreativität und analytische Fähigkeiten.

 

Digitalisierung in der Berufswelt – Zusammenfassend lässt sich sagen:

Das Automatisierungspotenzial digitaler Technologien wird überkompensiert. Letztlich werden also mehr Arbeitsplätze entstehen als durch Automatisierung wegfallen. Dennoch wird es auf dem Arbeitsmarkt zu grossen strukturellen Verschiebungen kommen – mit mehr fachlicher Spezialisierung und einer gesteigerten Bedeutung von Interaktion. Generell wird der zu erwartende Einfluss der Automatisierung vom jeweiligen Beruf, der Branche und den Fähigkeiten abhängen.

 

 

 

Michael Hasler ist als Mitglied der Geschäftsleitung und Trennungsmanagementexperte bei der Firma newplace AG tätig. Er berät und begleitet Unternehmen bei personellen Reorganisationsprozessen und unterstützt sie, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen.

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